Montag, 23. Juli 2012 | Neonazismus | Antifaschismus

Protest gegen NPD Deutschlandfahrt in Köln

200 gegen 12 Neonazis - Von der NPD nichts zu hören

Protest gegen NPD Deutschlandfahrt in Köln

Am Dienstag, den 24. Juli 2012 machte die "Deutschlandfahrt" der NPD auch in Köln halt. Der mit NPD-Plakaten aufgemotzte und mit Polizeischutz auf den Heumarkt geleitete LKW (von der NPD großspurig als "Flaggschiff" bezeichnet) spuckte um 16 Uhr auf dem Heumarkt einige Parteifunktionäre plus in ostdeutschen Muckibuden gestählte Security aus.

Foto: rbl.redpicture

Aus Köln und Umgebung waren Bruno Kirchner, der für die NPD schon in der Kalker Bezirksvertretung gesessen hatte, die Kreisvorsitzende der NPD Rhein-Sieg Ariane Meise sowie 2-3 weitere Personen da. Insgesamt zählte die Kundgebung so gerade mal 12 Personen. Lautsprecher durften aufgrund des Parteinprivilegs der NPD trotzdem eingesetzt werden. Neben Musik gab es Redebeiträge von Arne Schimmer, Pressesprecher der NPD-Landtagsfraktion in Sachsen und Matthias Faust, Beisitzer im NPD-Bundesvorstand, die gegen EU, Euro und ESM wetterten.
Knapp 200 GegendemonstrantInnen äußerten lautstarken Protest. Zwar wurde die Kundgebung nicht verhindert, dennoch wurde auch in Köln ein klares Zeichen gesetzt. Für mehr waren kurzfristig nicht mehr Menschen zu mobilisieren gewesen. Die NPD-Versammlung wurde von GegendemonstrantInnen "umzingelt", die damit erreichten, dass eine Handvoll Nazis sich nicht mehr auf den Heumarkt trauten.
Die Polizei war wie so oft in Köln wieder einmal bemüht, deutlich zu machen, wer der "Herr im Haus" ist. Protest wurde auf Abstand gehalten, Personen nicht selten grundlos um wenige Zentimeter "verschoben". Es kam zu mehreren kurzen Gerangeln, wobei es insgesamt zwei Fest- bzw. Ingewahrsamnahmen gab.
Nachdem sich das "Flaggschiff" von dannen gemacht hatte, musste eine Gruppe von 3 Neonazis auf ihren Abstransport durch Taxis warten. Mehrere Taxifahrer konnten durch Gegendemonstranten überzeugt werden, keine Neonazis mitzunehmen.