Donnerstag, 12. April 2012 | Pressemitteilungen | Presse

Neonazistische Gewalt reißt nicht ab

Pressemitteilung der Antifaschistsichen Aktion LEVerkusen vom 12. April 2012

In der vergangenen Nacht vom 11. Auf den 12. April 2012 haben Neonazis das „Kulturausbesserungswerk – Autonomes Zentrum für Kultur und Politik“ (KAW) in der Kolberger Str. 95a in Leverkusen Opladen angegriffen.

Nachdem eine Gruppe Neonazis unter ihnen Lukas Bals und Tim Schulze-Oben aus Wuppertal (Text der Antifa Wülfrath zu Lukas Bals und Tacheles Inforeader: Materialienzusammenstellung zu Auseinandersetzungen mit Neonazis in Wuppertal) in der Nähe des Opladener Bahnhofs extrem rechte Propaganda verklebt haben, begab sich die Gruppe gegen 4.30 Uhr auf das Bahngelände. Am KAW wurden dann mehrere Fensterscheiben eingeworfen, Kunstwerke aus Metall verwüstet und neonazistische Aufkleber auf Türen und Fenster geklebt, unter anderem in Form eines Hakenkreuzes.

Dieser erneute Angriff durch Neonazis in Leverkusen reiht sich ein in eine scheinbar nicht abreißende Serie von teils brutalen Gewalttaten gegen Leverkusener Einrichtungen und Bürger_innen. Die Opfer wurden nicht selten schwer verletzt, so zuletzt Ende letzten Jahres, wobei einem Übergriff auf die Kneipe Bizarre gleich mehrere Betroffene in ein Krankenhaus eingeliefert werden mussten. Erst vor wenigen Wochen bedrohte der Leverkusener Neonazi Olaf K. am Bahnhof in Opladen einen 15-jährigen Jugendlichen mit Reizgas. Der Schüler konnte zum Glück rechtzeitig flüchten bevor Olaf K. das Mofa des Jugendlichen demolierte.

Es zeugt wieder einmal von einer guten - zumindest landesweiten - Vernetzung der Leverkusener Kameradschaftsszene in ein Netzwerk militanter Neonazis die nicht davor zurückschrecken vermeintlich politische Gegner_innen zu schädigen und somit mundtot zu machen. Erst vergangenes Wochenende beteiligten sich Leverkusener Neonazis mit einem eigenen Transparent an einem Naziaufmarsch in Stolberg bei Aachen. ( http://unklarmann.blogsport.de/images/klarmann_sto_2012_055.jpg | © Michael Klarmann ) Auf dem Rückweg im Regionalexpress griffen kurz vor Leverkusen rund 100 Neonazis zehn vermeintliche Linke an.

Angesichts der erneuten Ereignisse erklärte Florian Schnaider, Pressesprecher der [AALEV]:
„Da der heutige Vorfall seitens der staatlichen Behörden einmal mehr totgeschwiegen wird, ist eine unabhängige Dokumentation und Berichterstattung über Neonazis und deren rechte Umtriebe unumgänglich. Wir werden uns von diesem braunen Terror nicht einschüchtern lassen, und uns auch weiterhin deutlich gegen extrem rechte Ideologien und Gewalttaten positionieren, und uns Neonazis konsequent in den Weg stellen.“

Antifaschistische Aktion LEVerkusen [AALEV] am 12. April 2012